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Archive for the ‘Ausstrahlung’ Category

Liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich sollten an dieser Stelle Interviews mit afghanischen Flüchtlingen stehen.
Leider muss ich dieses Thema etwas auf Eis legen, denn ich habe die richtigen Partner dafür noch nicht gefunden. Deshalb heute ein ganz anderes Thema.

Am letzten Wochenende gab ich einen Workshop zur Entfaltung von Charisma.
Dieser Workshop mit all seinen Facetten hat mir und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr viel Freude bereitet. Es war spannend zu erforschen, welche Puzzleteilchen das Gesamtbild eines Charismatikers ausmachen.

Und es war spannend zu schauen, welche Elemente zu mehr Ausstrahlung und Schwung führen.

Welche Elemente sind es denn nun, die uns helfen unser Charisma zu entfalten und was macht einen charismatischen Menschen aus?

Aus meiner Sicht (und ganz sicher gibt es Ausnahmen)
1. lieben charismatische Menschen sich selbst und andere Wesen.
2. sind charismatische Menschen sich ihrer selbst bewusst.
3. kennen charismatischen Menschen ihre Werte und leben ihre Vision.
4. zeigen charismatische Menschen Interesse an anderen und an der Welt.
5. sind charismatische Menschen mit sich selbst verbunden. Wenn sie strahlen, dann sind sie präsent.
6. können charismatische Menschen sich auf andere einschwingen.
7. sind charismatische Menschen mit Körper und Geist in Bewegung.
8. sind charismatische Menschen dankbar und leben in Fülle.
9. können charismatische Menschen sich sehr gut ausdrücken – mit Stimme, Sprache und Körper.

Früher ging man davon aus, dass diese „Gnadengabe“ nicht erlernbar sei. Heute weiß man, dass das sehr wohl der Fall ist. Wie Sie oben gelesen haben, kann das aber auch Arbeit auf vielen Baustellen bedeuten.

Jetzt werden Sie sicher wissen wollen, was Sie für Ihre Ausstrahlung und für Ihr Charisma tun können, oder?

Zu 1. Tägliche Mettameditation führt ganz sicher zu Selbst- und Nächstenliebe.

Zu 2. Tägliche Achtsamkeitsübungen und Rückmeldung von anderen führen zu Selbstbewusstsein, im Sinne des „Ich bin mir meiner selbst bewusst – ich weiß, was ich tue.“

Zu 3. Lernen Sie Ihre Werte kennen und leben Sie sie, das gibt tägliche Glücksgefühle. Eines meiner wichtigste Werte ist das Dienen. Ich lebe diesen Wert indem ich mich in der Flüchtlingshilfe engagiere. Das ist nicht immer einfach, macht mich persönlich aber froh. Und ich lebe diesen Wert in meinem Beruf. Wenn ich spüre, dass meine Kunden von meinem Wissen profitieren und sich wohler fühlen, dann bin ich glücklich.

Zu 4. Interessieren Sie sich für andere – stellen Sie Fragen! Ich bin immer angenehm überrascht, wenn jemand Fragen stellt. Die meisten Menschen erzählen lieber von sich, statt Fragen zu stellen.

Zu 5. Der Geist befindet sich im Körper und strahlt von innen nach außen. In meinem Workshop machten wir eine Meditation dazu, die alle sehr berührt hat und es war beeindruckend zu sehen, wie sehr die Strahlkraft nach außen wirkte.

Diese Meditation habe ich nun als Audiodatei erstellt und stelle sie als Geschenk zur Verfügung. Lesen und hören Sie weiter unten.

Zu 6. Beobachten Sie Ihr Gegenüber und fragen Sie sich, wie es ihm geht. Gehen Sie in Kontakt! Analysieren Sie Mimik – können Sie die Gefühle erkennen?

Zu 7. Gehen Sie spazieren, am besten täglich in der Natur. Machen Sie Yoga oder Tai Chi.

Zu 8. Fragen Sie sich jeden Tag, wofür Sie dankbar sein können. Ich bin sicher, das ist viel. Und: Geben Sie von Herzen! Egal ob Geld, Dinge, ein Lächeln, Zeit oder  …

Zu 9. Trainieren Sie Ihre Ausdrucksfähigkeit – es gibt in Deutschland so viele Möglichkeiten, egal ob es ein Rednerclub ist oder ein Wochenendworkshop. Kleiden Sie sich so, dass Sie sich wohl fühlen. Lassen Sie es sich gut gehen.

Das klingt nach viel Arbeit? Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt –  gehen Sie einfach los 🙂

Und vielleicht beginnen Sie mit dieser Meditation für mehr Ausstrahlung.

Da es meine erste Mediation ohne Teilnehmer ist, an denen ich mich sonst orientiere, freue ich mich auf Ihre Rückmeldung und wünsche Ihnen einen schönen Erfolg, Ihre Astrid Fiedler

 

 

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Vor einigen Monaten rief Herr H. mich an, um sich über meine Beratung zu informieren.

Sein Arbeitgeber hätte ihm nahegelegt eine Imageberatung machen zu lassen, um kundenfreundlicher und professioneller zu wirken. Sollte Herr H. sein Auftreten nicht innerhalb von 4 Wochen geändert haben, so würde er sich einen anderen Job suchen müssen.

Eine beängstigende Situation für meinen Kunden.

Herr H. war schon einige Zeit in dem Unternehmen tätig und hatte es sich dort bereits recht gemütlich gemacht. Da nun das Unternehmen umstrukturiert wurde, warteten auf Herrn H. neue Herausforderungen.

Am Telefon wirkte Herr H. zunächst ziemlich unsicher und machte den Eindruck, als ob er sich nicht so ohne Weiteres für eine Beratung entscheiden könne.
Ich schlug daher ein Treffen zu einem unverbindlichen Vorgespräch vor, um gemeinsam herauszufinden, ob eine Beratung durch mich für ihn hilfreich sein könnte. Wir trafen uns in einem Café in der Stadt.

Herr H. trug ein kariertes Flanellhemd und eine verwaschene Jeans.
Die Haare wirkten ungepflegt. Unsicher blickte er mich an und begrüßte mich mit einem ziemlich laschen Händedruck. Während ich ihm einige Fragen stellte, äußerte er mehrmals, dass er nicht glaube, etwas ändern zu können oder zu müssen, und eigentlich wolle er auch keine Beratung, denn er fand Kleidung und Auftreten unwichtig.
Er behauptete, Fachkompetenz stehe ja schließlich über allem.

Ich selbst spürte zunächst innere Widerstände und überlegte, ob wir überhaupt zusammenarbeiten oder einfach freundlich auseinandergehen sollten.
Dann fragte ich ihn, wie wichtig ihm der Job sei und welche Verpflichtungen er habe. Und er erzählte mir, dass er eine Frau und ein kleines Kind habe und es schon wichtig wäre den Job zu behalten. Als ich ihn fragte, wie groß der Einsatz einer Imageberatung sei im Vergleich zu einem gut bezahlten Job, wurde er hellhörig. Der Job wäre wichtig für ihn, er sei ja Alleinversorger der Familie. Dann fragte er mich wie lange die Beratung denn dauert und was dabei passiert?
Ich erklärte ihm, dass wir zunächst ein ausführliches Analysegespräch führen und es während der Beratung ausschließlich um die Wirkung, seine Wirkung geht.
Wir würden 3-5 Termine vereinbaren, er selbst könne jederzeit aussteigen.

Herr H. erkannte, dass er mit einem neuen Bewusstsein für sich selbst entscheiden kann, wie er wirken will und wir vereinbarten einen ersten Termin.

Inzwischen haben wir an fünf Terminen miteinander gearbeitet.
Seine Körperhaltung ist aufrechter, der Blickkontakt sicherer, der Händedruck fester, die Haare sind kürzer und das gesamte Outfit passt nun viel besser zu seiner neuen Position.
Der Arbeitgeber ist hochzufrieden, denn Herr H. repräsentiert das Unternehmen nun in seinem Sinne.

Und Herr H.?
Wie geht es ihm damit?
Er ist ebenfalls zufrieden und freut sich, dass er sich entschlossen hatte, mit mir zusammenzuarbeiten.
Frau Fiedler, vielen Dank für Ihre hervorragende Begleitung. Ich weiß gar nicht, warum ich solange gezögert habe, denn ich konnte bei Ihnen enorm viel über mich lernen. Ich fühle mich endlich sicherer und mag mich auch gerne im Spiegel anschauen.
Den Job habe ich behalten und werde demnächst sogar befördert, so können wir in diesem Jahr auch endlich mal wieder in Urlaub fahren.“

Na, wenn das nichts ist…
Ich freue mich für meinen Kunden.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

kürzlich gab ich einen Workshop für Baustellenleiter zum Thema Umgangsformen mit Kunden und Angestellten.
Während des Verlaufs wurde bald deutlich, dass es sich die Teilnehmer mit bewusst gewählten Worten deutlich einfacher machen könnten. So schob ich eine Sequenz zur Macht der Sprache ein.
Dieses Wissen unterstützt auch mich täglich, meinen eigenen Worten zu lauschen und sie nach und nach zu verändern. Für die Baustellenleiter war dieses Thema ganz neu und besonders erhellend. Und vielleicht finden auch Sie es interessant.

Sicher kennen Sie den Satz: Das ist kein Problem.
Viele Menschen benutzen ihn in den unterschiedlichsten Situationen.
Neulich an der Supermarktkasse tönte mir kein Problem entgegen, als ich beim Geldgeben sagte, ich habe es passend.
Huch dachte ich, da gehört ein anderes Wort hin.

Und wenn Sie den Satz genau anschauen, dann fällt Ihnen sicher auch auf, dass er gleich zwei negative Formulierungen birgt, nämlich „kein“ und „Problem“.
Glauben Sie mir, eine positive Sprache, die aus „Problemen“ „Herausforderungen“ macht und aus einer negativen Formulierung eine positive Formulierung, fühlt sich besser an.

Ich stellte meinen Teilnehmer folgende Aufgabe:
Stellen Sie sich vor, Sie werden gebeten heute noch etwas zu erledigen. Sie wissen, heute klappt es nicht mehr, aber morgen früh hätten Sie Zeit. Was sagen Sie?
Heute wird das nichts mehr, war die Antwort.

Haben Sie eine andere Idee?Workshop Sprache
Uns gefiel die positive Formulierung Ich kümmere mich gleich morgen früh darum.

Spüren Sie doch einmal in sich hinein, wie es sich anfühlt, wenn Sie sich mehrmals sagen

  • Heute wird das nichts mehr. 
  • Alternativ: Ich kümmere mich gleich morgen früh darum.

Oder

  • Ich muss heute noch so viel arbeiten.
  • Alternativ: Ich arbeite und schaffe heute viel.

Wenn Sie genau hinhören und –spüren, verändert sich mit der positiven Formulierung nicht nur die Sprache, sondern auch Ihre innere Haltung.
Denn positive Formulierungen wirken sich nicht nur auf Ihr Gegenüber, sondern auch auf Sie aus.
Vielleicht haben Sie Lust sich selbst zu beobachten, wie oft Sie Worte wie „müssen“, „nicht“, „kein“, „aber“ benutzen und streichen diese Worte nach und nach aus Ihrem Wortschatz, wenn sie nicht angemessen sind.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren und einen schönen November.

Ihre
Astrid Fiedler

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Liebe Leserin, lieber Leser,

in meinem letzten Workshop ging es um den ersten Eindruck und das souveräne Auftreten.
Nun ja, souveränes Auftreten kann man erklären, besser ist es, wenn man wahrnimmt, wie es geht.

Wissen Sie, wie es geht?

Meine Teilnehmer machten einen Versuch.
Denn nur im Tun und Erleben werden wir uns selbst bewusst.
Wir erkennen, was wir selbst so verändern können, dass es zu uns passt.

Die Aufgabe war, den Seminarraum als Neuankömmling zu betreten, einfach so, wie man es immer macht. Anschließend gaben einige Teilnehmer/innen aus der Gruppe Rückmeldung zum Gesamtauftritt, aber auch zu Blickkontakt, Stimme und Körpersprache. Diese Rückmeldung von den anderen, aber auch das Beobachten, hilft sich seiner selbst bewusster zu werden.

Es war erstaunlich zu sehen, wie unterschiedlich jeder Mensch einen Raum betritt und wie dieser Auftritt von den anderen Personen wahrgenommen wird. Jede noch so kleine Unsicherheit wird registriert, aber auch jede souveräne Geste.

Und das ist unsere Auswertung:

Als sympathisch wurden von allen Teilnehmern der Blickkontakt, eine offene Körpersprache, das Eintreten mit angemessener Begrüßung und ein Lächeln gewertet. Aber auch ganz leichte Unsicherheiten, wie kurzes Schulterzucken oder kurzes nach unten blicken, wirkten auf die meisten sympathisch.

Unsympathisch wirkten Personen, die zu laut grüßten, die umfangreich erklärten, warum sie zu spät gekommen sind. Personen, die einfach zu viel Raum einnehmen.

Unsicher wirkte, wer hilflos mit den Schultern zuckte, keinen Blickkontakt aufnahm, nicht grüßte, schnell seinen Mantel an den Haken hängte und sich dann mit dem Blick auf seinen Stuhl konzentrierte.
Leider laden Unsicherheit und Selbstzweifel andere zu Respektlosigkeiten und Statusspielen ein.

Und was wirkt souverän?
Da gibt es viele Facetten. Hier die Wichtigsten:

Bevor Sie einen Raum betreten verschaffen Sie sich einen kurzen Überblick:
Hat der Workshop, das Seminar oder die Feier schon begonnen?
Wer und wo ist die Dozentin, der Meetingleiter, die Gastgeberin?
Wie agieren die anderen Teilnehmer?
Alternativ: Wer ist in dem Raum womit beschäftigt und werden Sie wahrgenommen?
Passen Sie Ihr Auftreten den Gegebenheiten an!

Die Stimme

Wenn Sie einen Raum betreten, grüßen Sie in einer Lautstärke, die zur Situation passt. Bei kleinen Runden nennen Sie Ihren Namen und nehmen dann Platz, ggf. warten Sie bis man Ihnen einen Patz anbietet.
Kommen Sie zu spät und die Gruppe arbeitet bereits, dann grüßen Sie die Dozentin, den Dozenten, Meetingleiter o.ä. und nehmen Platz. Kommentieren Sie Ihr Zuspätkommen nicht, auch um Entschuldigung brauchen Sie hier nicht zu bitten. Es spielt keine Rolle und nimmt nur Energie aus der Gruppe.
Alternativ: Wenn Sie zu einem Essen eingeladen wurden, dann signalisieren Sie dem Gastgeber, dass es Ihnen leid tut, dass Sie zu spät dran sind.

Die Körpersprache

Halten Sie den Kopf gerade und nehmen Sie Blickkontakt auf. Wenn Sie pünktlich sind, blicken Sie freundlich in die Runde. Wenn Sie mögen oder es üblich ist und nur wenige Menschen in dem Raum sind, begrüßen Sie mit Handschlag. Sind Sie zu spät dran, nehmen Sie nur Blickkontakt zum Seminarleiter o.a. auf.
Die Schultern sollten dabei locker, der Rücken gerade sein, die Arme leicht neben dem Körper schwingen.
Die Füße stehen schulterbreit oder Sie gehen festen ruhigen Schrittes.
Setzen Sie sich anschließend aufrecht und mittig auf den Stuhl.

Ein selbstbewusstes und souveränes Auftreten erleichtert den zwischenmenschlichen Umgang und lässt sich antrainieren. Meines Erachtens ist es wichtig, dass das Auftreten einer inneren Ausrichtung und Haltung folgt, das ist Arbeit, die sich wirklich lohnt.

Was meinen Sie, haben wir an alles gedacht?

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem souveränen Auftritt und bin bei Bedarf gerne für Sie da.

Herzlichst Ihre Astrid Fiedler

Autorin: Astrid Fiedler IMAGEKONKRET

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Liebe Leserin, lieber Leser,

welche Fehler sollte man Ihrer Meinung nach vermeiden, wenn der erste Eindruck positiv sein soll?

Während eines Abends, den ich für Unternehmerinnen moderierte, waren sich alle einig: Ein lascher Händedruck geht gar nicht, er vermittelt Unsicherheit, Schwäche und wirkt nicht vertrauenswürdig.

Tatsache ist: Über den Händedruck geben wir eine Menge über uns preis.
Unser Gegenüber hat sofort Assoziationen zu uns und schließt auf bestimmte Charakterzüge, hält uns für inkompetent oder kompetent, für unsicher oder sicher, unentschlossen, zielstrebig usw. usw.

Händedruck

Aber wie geht er denn nun, der richtige Händedruck?

  • Er ist fest, aber nicht zu fest.
  • Die Hand wird dabei mit der Handkante nach unten zeigend gereicht.
  • Das Handgelenk bleibt steif und wird nicht etwa gedreht.
  • Er lässt keinen Hohlraum zwischen den Händen zu.
  • Die Berührungsfläche ist so groß wie möglich.
  • Er ist immer mit Blickkontakt verbunden.
  • Er dauert etwa drei Sekunden oder so lange, wie die Begrüßung dauert.

Übrigens, in meinen Seminaren bekommen Sie Rückmeldung zu Ihrem Händedruck. Das können Bücher nicht leisten.

https://umgangsformen-hamburg.com/seminare/

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche
Ihre Astrid Fiedler

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Liebe Leserin, lieber Leser,

ist ein leerer Blumenerdeplastiksack wertvoll?
Was ist überhaupt wertvoll?
Wofür könnten wir dankbar sein?

Heute wollte ich einen langen Spaziergang machen, um mich auf einen Vortrag einzustimmen.
Ich fuhr zum Zollenspieker Fährhaus, setzte mit der Fähre nach Hoopte über und bog nach links, um am grünen Elbdeich entlang zu spazieren.
Nach etwa 30 Minuten versperrte mir ein Zaun der Bundespolizei den Weg.
Ich wollte weiter: Also schnell geschaut welche Möglichkeiten es gibt, das Grenzgebiet umwandert und an der anderen Seite wieder hinunter an die Elbe.

Nach weiteren 10 Minuten zogen hinter mir dicke, dunkle Regenwolken auf und ich überlegte, was ich tun sollte, denn ich hatte keinen Regenschutz dabei und hatte wenig Lust, mich durchregnen zu lassen.
Zurück oder weiter gehen?
Ich wollte weiter, also ging ich weiter, voller Vertrauen, dass sich mir schon etwas anbieten würde.

3 Minuten später: Weit und breit kein Haus in Sicht und die ersten dicken Tropfen fielen.
Ich brauchte eine schnelle Lösung.
Bäume, die mir Schutz bieten konnten, die sah ich zwar, aber bis dahin wäre ich komplett durchnässt.

Und plötzlich sah ich sie, die Lösung:
Am oberen Deichrand, nahe der Straße, lag ein schwarzer, leerer Blumenerdeplastiksack.
Was für ein Schatz!
Dankbar und zufrieden stapfte ich, den Sack über meinen Kopf haltend, in Richtung Baumgruppe, setzte mich in eine Astgabel und wartete bis die Regenwolken vorbeigezogen waren.

Hier im Baum fiel mir auf, dass nicht nur das Leben, sondern auch viele Menschen uns sehr oft tolle Angebote bereithalten.
Wie schön ist es, wenn wir sie wahrnehmen und zugreifen können.
Wie schön ist es, wenn wir dafür Dankbarkeit fühlen können.
Egal, ob uns jemand die Tür aufhält, sich Zeit für uns nimmt oder einen Kompromiss für uns eingeht, es ist ein tolles Angebot!
Wir sollten das nicht als Selbstverständlichkeit hinnehmen, sondern vielmehr Wertschätzung und Dankbarkeit zeigen.
Damit beschenken wir nicht nur die anderen Menschen, sondern bereiten auch uns selbst Freude und Glück.

Übrigens: Gute Umgangsformen funktionieren so fast von alleine und die Ausstrahlung verändert sich positiv.

Ich wünsche Ihnen in dieser Woche Wachheit für die Angebote der Welt und viel Freude damit.

Herzlicht
Astrid Fiedler

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Liebe Leserin und lieber Leser,

schön, dass Sie wieder dabei und bereit für die zehnte Lektion sind.

Sicher haben Sie schon einige Gespräche mit Bravour gemeistert und darüber freue ich mich mit Ihnen.

Und damit das so bleibt, lesen Sie heute, welche Herausforderungen Ihnen begegnen können und wie Sie damit umgehen. An dieser Stelle sei gesagt, dass nicht nur die Anderen eine Herausforderung sein können.

Deshalb ist Ihre Aufgabe in dieser Woche, das eigene Gesprächsverhalten zu überprüfen, denn jeder ist verantwortlich dafür, dass Smalltalk gelingt. Und er gelingt sehr gut, wenn alle Gesprächspartner in den Smalltalk einbezogen werden und in etwa gleiche Wortanteile haben.

Diesmal geht es um schüchterne Personen und um Vielredner.

Tipp 1: Schüchterne werden mit offenen Fragen sanft aus der Reserve gelockt. (s.a. Lektion 4).

Eine kleine Geschichte:
Vor einigen Jahren gab ich mit einer anderen Dozentin ein Seminar am Meer. Die Kollegin war privat eher schüchtern, aber mit offenen Fragen und Anekdoten von mir konnten wir uns am ersten Abend eine Weile ganz prima unterhalten. Wir fanden heraus, dass wir beide stundenlange Spaziergänge am Meer sehr mögen. Damit hatten wir die erste Gemeinsamkeit gefunden und verabredeten uns für den nächsten Morgen am Meer. Diese Spaziergänge waren wunderbar, aus dem Smalltalk entwickelten sich in kurzer Zeit Gespräche in einer angenehmen Tiefe und wir haben sehr viele weitere Gemeinsamkeiten entdeckt. Inzwischen reisen wir mindestens einmal im Jahr ans Meer und es ist immer wieder ein sehr schönes Erlebnis.

Tipp 2. Wenn Sie selbst schüchtern sind, dann fällt es Ihnen vielleicht leichter Fragen zu stellen und nur wenig zu erzählen. In jedem Fall sollten Sie etwas von sich preisgeben, sonst fühlt sich ihr Gesprächspartner eventuell ausgefragt. Finden Sie Gemeinsamkeiten heraus und schaffen Sie darüber eine Verbindung!

Tipp 3: Vielredner werden sanft ausgebremst.
Kennen Sie folgendes Szenario? Sie sind auf einer Party und irgendjemand erzählt Ihnen seit 20 Minuten sein Leben. Sie kennen inzwischen seine Krankengeschichte, sämtliche ekligen Wundheilungsstörungen, sowie die Namen der Ärzte, die nur Mist gebaut haben. Sie wissen, dass das Mittagessen im Krankenhaus miserabel ist, die Pfleger unfreundlich sind und die polnische Reinigungskraft natürlich nicht ordentlich putzt. Außerdem riecht es nach Krankenhaus und und und.
Wie fühlen Sie sich in dieser Situation?
Wohl? Unwohl?

Wenn Sie sich wohl fühlen, ist alles ok, aber viele Menschen harren aus, weil sie nicht unhöflich sein wollen.
Meine Frage: Ist es denn höflich, anderen Menschen die Party zu vermiesen?
Ist es höflich, fremde Menschen als Mülleimer zu missbrauchen?

Also: Nichts wie weg, aber stilvoll!
Der richtige Zeitpunkt ist der, wenn Sie sich unwohl fühlen. Handeln Sie und übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Wohlergehen!

Step 1: Signalisieren Sie Verständnis für die missliche Lage.
GP: „… Wundheilungsstörungen am Bein …“.
Sie: „Das klingt ja gar nicht gut“.
GP: „Die Ärzte haben überhaupt keine Ahnung…“.
Sie: „Ja, die Lage hat sich sehr verschlechtert in den Krankenhäusern, aber ich habe einen sehr guten Hausarzt, bei welchem Hausarzt sind Sie denn?
GP: „Bei Dr. Rosenbom am Rathausmarkt.“

Step 2: Lenken Sie das Gespräch auf ein anderes Thema.
Sie: „Ach das ist ja auch eine schöne Ecke, da ist doch gerade Weinfest auf dem Rathausmarkt, oder?“

Sie sehen, es geht ganz leicht und Übung macht den Meister.
Das ist Ihre Woche, um Herausforderungen zu meistern.

Ich bedanke mich, dass Sie diesen Beitrag gelesen haben und wünsche Ihnen viele tolle Gespräche.

Ihre Expertin für gepflegten Smalltalk
Astrid Fiedler

„Die Minute, in der man das zu tun beginnt, was man tun will, ist der Anfang einer wirklich anderen Art des Lebens.“ Richard Buckminster Fuller, Erfinder

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