Feeds:
Beiträge
Kommentare

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

heute geht es mal um mein soziales Engagement.

Für viele Menschen ist soziales Engagement völlig unpopulär.
Ich denke, es ist heute wichtiger denn je, denn das Leben lädt uns ein Herzensentscheidungen für sich und für andere zu treffen, egal ob für Kinder, Flüchtlinge oder alte Menschen.

Lesen Sie hier meine Rede in der St. Petri Kirche zu Hamburg
im Dezember 2016.

St Petri

Kennen Sie das?

Plötzlich haben Sie die tiefe Einsicht,
dass es Ihnen und anderen gut tut, bestimmte Dinge nicht zu tun.
Ich mag mich z.B. nicht mehr mit Menschen darüber unterhalten, wie schlecht die Welt ist. Das raubt mir Energie, macht schlechte Laune und bringt niemanden weiter.

Ich mag mich auch nicht mehr über die große Weltpolitik unterhalten und darüber was nicht funktioniert und was andere besser machen sollten.
Ich kann und will mir das nicht leisten, meine Zeit ist zu kostbar.

Ich frage mich lieber, was ich tun kann, um zu einer Welt beizutragen,
die besser funktioniert und dann nehme ich das Ruder in der Hand.
Das gibt unglaublich viel Energie, Kraft und macht gleich bessere Laune.

Ich möchte Sie ermutigen
Wenn Sie etwas verändern möchten, egal ob für Sie selbst oder für andere,
dann treffen Sie eine Entscheidung und nehmen Sie das Ruder in die Hand.

Zögern und zaudern Sie nicht, wägen Sie nicht ab – gehen Sie einfach los.
Ich treffe am Anfang nur die Entscheidung, dass ich etwas ändern will
und habe oft nur ein einziges Wort für mein Ziel, dann gehe ich los.

Meine Erfahrung ist, dass sich dieses Wort ganz bald mit Leben füllt,
denn es kommen immer zur richtigen Zeit

  • zündende Ideen
  • unterstützende Menschen
  • wichtige Informationen
  • und die richtigen Räume

Der Weg ebnet sich beim Gehen.

Sie erinnern sich sicher, im letzten Jahr kamen viele Flüchtlinge in unser Land.
Ich sah diese grauenvollen Bilder und Nachrichten im Fernsehen, von zerstörten Städten, verletzten und zerfetzten Menschen und Toten, von Krieg und Gewalt.

Ich sah Menschen, die sich mit ein paar Habseligkeiten auf den langen steinigen Weg gemacht hatten, auf der Suche nach Sicherheit und Frieden.
Ich beobachte damals wie heute mit Erschrecken und Fassungslosigkeit,
wie negativ, hart und gleichgültig viele Mitmenschen sind.

Ich beobachte, dass viele Menschen ihr Herz verschließen und  tun,
als ginge sie das alles nichts an.
Ich kann und will das so nicht für mich.
Ich kann und will Nachrichten nicht nur konsumieren und gleich danach so tun,
als wäre nichts gewesen.

Schon lange habe ich eine Entscheidung getroffen:

Wenn ich Nachrichten schaue, dann will ich mich berühren lassen.
Und ich will mich nicht nur berühren lassen, sondern auch Fragen stellen.
Ich möchte keinem Lebewesen wissentlich Leid zufügen, wie kann das gehen?
Das ist ein Mammutprojekt – glauben Sie mir, Verlockungen gibt es an jeder Ecke.
Was kann ich tun, um mein Herz zu öffnen und diese Welt ein Stückchen besser zu machen? Welche Entscheidung ist zu treffen?

Ich möchte Sie einladen
Öffnen Sie ihr Herz, lassen Sie sich berühren und treffen Sie gute Entscheidungen
.
Wir alle können uns in jedem Moment unseres Lebens entscheiden.
Wir können uns entscheiden,
ob wir uns verunsichern lassen wollen und damit andere verunsichern und ängstigen.
Oder ob wir uns inspirieren lassen, aus der Liebe heraus handeln und Kraft geben.

Wir können uns entscheiden, ob wir durch unsere Worte und Taten Gewalt unterstützen oder Frieden und Lösungen in die Welt bringen.
Das ist nicht immer einfach, auch für mich nicht, aber es ist möglich
und es ist nötig, für Sie, für mich und für die Welt.

Als die ganzen Menschen aus Syrien, Afghanistan und sonst woher kamen,
stellte ich mir die Frage: Was kann ich tun? Welche Lösungen braucht es?

Ganz schnell hatte ich Kontakt zu Helfern im Flüchtlingscamp in Wilhelmsburg. Dort engagierte ich mich mit Freunden und meinem Mann in der Kleiderkammer und merkte bald: Ich kann mehr als Kleidung sortieren– ich wusste damals nur noch nicht genau, wie viel mehr das sein würde.

Dann mein erster Besuch im Flüchtlings-Camp Max Bahr.

Für mich stand sofort fest, ich möchte vor allem den Frauen eine Insel außerhalb des Camps bieten, auf der sie sich für ein paar Stunden sicher und aufgehoben fühlen. Auf der sie Beständigkeit und Freude erfahren und die Möglichkeit haben,
deutsch zu lernen.

Ich war ganz begeistert von der Idee und sehr dankbar,
dass ich die ersten Kurse mit meiner klugen Freundin Connie anbieten konnte.
Ich habe Räume organisiert und Kontakte zum Flüchtlingscamp aufgebaut,
um unser Angebot vorzustellen.

Und dann unsere erste Stunde: erwartungsvoll standen wir zur vereinbarten Zeit im ersten Stock, am Fenster unseres Klassenraumes und schauten auf die Straße.
Eine Viertelstunde später standen und warteten wir immer noch …
Unten gingen Menschen vorbei …
Sag mal Connie, wie sehen Flüchtlinge überhaupt aus? sagte ich.
Ratlos schauten wir uns an.
Nach einer halben Stunde des Wartens meinte ich:
Du ich geh mal in die Straße, vielleicht finden sie den Weg nicht zu uns.

Dann bald per Handy die Nachricht von einer Mitarbeiterin aus dem Camp:
Die Frauen hatten sich in Bergedorf verlaufen.
Ich wollte sie finden und habe sie gleich erkannt. Etwa 15 bekopftuchte Frauen mit ungefähr ebenso vielen Kindern, ein damals sehr ungewöhnliches Bild.
Ich ging auf Sie zu und sprach sie auf Englisch an und wie schön, ich konnte mich mit einer Frau verständigen.

Wir gingen in die Klassenräume und machten im Gewusel von stillenden Müttern und spielenden Kindern äußerst kreativen Unterricht. Seitdem liebe ich Körpersprache – sie ist so ein wunderbares Verständigungsmittel, wenn Worte nicht weiterhelfen.

Schnell merkte ich, dass ich mehrmals in der Woche Unterricht anbieten wollte.

Vom Bezirksamt bekam ich die Zusage bei der Suche nach weiteren Räumen behilflich zu sein. Übrigens  – ich habe bis heute trotz Nachfragen keine Antwort bekommen. Am Anfang hat mich das frustriert, aber auch motiviert mein Ruder in die Hand zu nehmen und selber nach anderen Räumen zu suchen.

Ich möchte Sie ermutigen
Wenn Sie von irgendjemandem eine Zusage für irgendetwas bekommen
und trotz zweimaliger Nachfrage nichts passiert. Verschwenden Sie nicht Ihre Ressourcen. Es lohnt sich nicht sich zu ärgern – lassen Sie los, nutzen Sie lieber diese kraftvolle Energie des Ärgers und nehmen Sie ihr Ruder  in die Hand.

Ich lernte auf diese Weise Pastorin Redhead  kennen und bekam über sie in der Nähe des Camps einen Raum, in dem wir an zwei Tagen unterrichten konnten.
Zwei Monate später waren wir mit fast 50 Helferinnen bereits an drei Standorten vertreten. Wir haben Unterrichtsmaterial entworfen und den Bedürfnissen immer wieder  angepasst. Sicher können Sie nachvollziehen, dass dies eine große Herausforderung war. Doch die Frauen und Kinder sind hochmotiviert,
die meisten wollen wirklich lernen und das macht große Freude.

Flüchtlingsfrauen

Wissen Sie: Erst als ich diese Rede schrieb, wurde mir so richtig bewusst,
was wir alles auf die Beine gestellt haben, welche Kraft da am Werke war.
Bis heute haben über 100 tolle Helferinnen in vier Teams
etwa 150 Frauen und Kindern die Möglichkeit gegeben Deutsch zu lernen und
geben ihnen damit mehr Sicherheit und Unabhängigkeit.

Ich durfte viel lernen in den letzten 18 Monaten und bin sehr dankbar dafür.
Ich weiß einmal mehr, wie dankbar ich sein kann für meinen Mann, meine Freunde und mein nicht immer einfaches, aber doch recht sicheres Leben.

Und was ganz wichtig ist: Ich habe mir angewöhnt,  Fragen zu stellen.

  • Statt zu sagen. Es geht nicht! frage ich mich oder andere: Wie kann es gehen?
  • Statt zu sagen: Ich weiß nicht!  frage ich mich: Wer kann mir helfen?
  • Statt zu fragen: Können Sie mir helfen? frage ich: Wie können Sie mir helfen?

Ich möchte Sie ermutigen:
Stellen Sie die richtigen Fragen und nehmen Sie das Ruder in die Hand.
Sorgen Sie gut für sich und andere – die Welt braucht Sie.

Es ist egal, ob Sie die alte alleinstehende Nachbarin zum Kaffee einladen oder eine Patenschaft für einen Flüchtling übernehmen. Treffen Sie eine Entscheidung und nehmen Sie das Ruder in die Hand.

Und zu guter Letzt:
Wenn Sie mal das Gefühl haben, Sie stecken in einer der vielen Sackgassen,
die das Leben für unser Wachstum bereithält, dann rufen Sie Gott oder die Schöpferkraft an. Ich versichere Ihnen, diese Leitung funktioniert besser als jede Leitung von der Telekom. Gehen Sie einfach in sich und in die Stille und sagen Sie:
Ich weiß grad nicht weiter – wie kannst du mir helfen?
Bitte, nimm jetzt Du das Ruder in die Hand – ich danke Dir.

Ich bin sicher – dann öffnet sich auch Ihnen ein Feld der Möglichkeiten.“

Vielen Dank, dass Sie bis hierher gelesen haben.
Und jetzt: Nehmen Sie ihr Ruder in die Hand!

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor einigen Wochen gab ich einen Knigge-Workshop für ein Hamburger Beratungsunternehmen.
Besprechungen mit Kunden und Kollegen sind in diesem Unternehmen an der Tagesordnung und perfekte Umgangsformen sind der Unternehmensleitung sehr wichtig.
Damit tauchen natürlich auch viele Fragen zum korrekten Umgang und zu aktuellen Kniggeregeln auf. Besonders knifflige Situationen haben wir miteinander diskutiert und im Rollenspiel stimmige Verhaltensregeln erarbeitet.

Eine Teilnehmerin in dem Knigge-Workshop beschrieb folgende Situation
Neulich saß ich mit einer Kollegin und einer Kundin im Besprechungsraum.
Dort warteten wir auf einen weiteren Kollegen, den die Kundin noch nicht kannte.
Als der Kollege zur Tür herein kam, war ich plötzlich unsicher, wie ich mich richtig verhalte. Sollte ich sitzen bleiben oder aufstehen, um den Kollegen vorzustellen?

Leider gibt es keine allgemeine Regel, denn eine formvollendete Begrüßung hängt von vielen Faktoren ab. Z.B. davon, ob Sie den Kollegen bereits begrüßt haben oder wie die Räumlichkeiten sind. Begrüßen Sie sich üblicherweise per Handschlag oder nicht?

In diesem Knigge-Workshop kam heraus, dass sich die Kollegen morgens per Handschlag begrüßten und die Teilnehmerin ihren Kollegen an dem Tag noch nicht gesehen hatte.
Die Räumlichkeiten gaben es her, dass genug Platz war,
ohne die Kundin zu stören oder zu behindern.

Gesprächssalon Gruppe 1

So stellen Sie Ihren Kollegen richtig vor.

  • Zeigen Sie Wertschätzung und Respekt und stehen Sie zur Begrüßung auf.
  • Gehen Sie auf Ihren Kollegen zu und geben Sie ihm die Hand.
  • Wenden Sie sich dann dem Kunden zu und machen Sie die beiden Personen miteinander bekannt. „Herr Kunde, kennen Sie schon meinen Kollegen Herrn Müller, er ist für das Marketing zuständig“. „Herr Müller, dass ist Herr Kunde. Er interessiert sich für unsere Produkte“.

Sollte es zu eng sein oder Sie stören Ihren Kunden, wenn Sie aufstehen, dann bleiben Sie sitzen und kommentieren Ihr Verhalten.

In diesem Knigge-Workshop haben wir ein für das Unternehmen passendes Vorgehen entwickelt. Lesen Sie hier:
„Guten Morgen Herr Müller. Bitte entschuldigen Sie, dass ich sitzen bleibe.
Herr Kunde, kennen Sie schon meinen Kollegen Herrn Müller, er ist für das Marketing zuständig“. „Herr Müller, dass ist Herr Kunde. Er interessiert sich für unsere Produkte“.

Es ist ganz einfach, oder?
Wenn Sie eine Frage zu einer kniffligen Situation haben, dann schreiben Sie mir.
Helfen Sie gerne auch anderen Menschen und teilen Sie diesen Beitrag in Ihre Netzwerke.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit.
Ihre Kniggeexpertin Astrid Fiedler

Sie möchten einen Knigge-Workshop buchen?
Rufen Sie mich einfach an.

Liebe Leserin, lieber Leser,

zu einem respektvollen Miteinander im Büro gehört auch ein gewisses Maß an Ordnung – auf und im Schreibtisch sowie in den Ordnern. Ordnung schützt zudem vor Stress und wer hat schon Lust auf gestresste Kollegen. Daher habe ich meine Netzwerkkollegin Viola Frehse, Expertin für Büroorganisation, um diesen Gastbeitrag gebeten.
Voilá hier ist er schon:

 

Profi-Tipps für mehr Ordnung im Büro

Das papierlose Büro ist in den meisten Unternehmen Utopie. In der Praxis sammeln sich Ordner mit den unterschiedlichsten Inhalten, wie Rechnungen, Projekten, Schriftverkehr etc., an. Nicht sofort wegsortierte Papiere türmen sich schnell zu Stapeln. Wird ein bestimmtes Dokument benötigt, geht die Sucherei los. „Ein schlecht organisierter Arbeitsplatz raubt Zeit, kostet Geld und verursacht unnötigen Stress“, weiß Viola Frehse, Inhaberin von Vioeasy – Bürostruktur mit Konzept, in Hamburg. Und sie gibt – aufgrund der „Problemfälle“, die ihr immer wieder begegnen – leicht umsetzbare Tipps für mehr Ordnung im Büro.

 

Ordnung auf dem Schreibtisch

Sieht der Schreibtisch aus wie die Auslage eines Gemischtwarenhändlers, gibt es eine einfache Übung, um wieder freie Sicht auf das Wesentliche zu erlangen.

  • Abends alle Büromaterialien vom Schreibtisch in einen Karton legen.
  • Am nächsten Tag jedes Hilfsmittel erst aus dem Karton nehmen, wenn es benötigt wird.
  • Alles, was abends wieder auf dem Schreibtisch liegt, hat dort auch seine Berechtigung. Alles andere wird in Schubladen und Schränke sortiert oder entsorgt.

schublade-viola

 

Übersicht in Schreibtischschubladen

Alle Schubladen komplett ausräumen und den Inhalt konsequent sortieren.

  • Müll gleich entsorgen. Dazu gehören defekte Dinge genauso wie Visitenkarten von Leuten, an die sich niemand mehr erinnert.
  • Büromaterial, das hier nur auf Vorrat lagert, zurück ins Büromaterial-Depot legen.
  • Alles andere wird wieder sorgfältig mit Unterteilern in die Schublade geräumt. So hat alles seinen Platz und fliegt nicht gleich wieder durcheinander.
  • Und das Beste: Wenn alles griffbereit liegt, wird in Zukunft keine Zeit mehr mit dem Suchen vergeudet.

 

Durchblick für die Ordner

Schlecht beschriftete Aktenordner kosten doppelt Zeit: beim Suchen einer Info und bei der Ablage. Daher die Ordner in verschiedene Bereiche unterteilen. Jede Rubrik, jeder Kunde werden jeweils mit einer anderen Farbe versehen – hierfür Ordner oder Ordneretiketten mit unterschiedlichen Farben nutzen.

Die Ordner anschließend übersichtlich beschriften.

Zu guter Letzt werden die Ordner farblich geordnet in das Regal oder den Schrank einsortiert.

Perfekte Sortierung im Ordner

Ordner haben, wie der Name schon sagt, die Aufgabe Papiere und Dokumente zu ordnen. Doch auch hier kann ein fröhliches Durcheinander herrschen. Eine echte Lösung für mehr Übersichtlichkeit bieten Register und Trennstreifen. Trennstreifen sind farbige Querstreifen, die breiter als DIN A4 sind. Werden sie zwischen das Schriftgut eingeheftet, ragen sie seitlich hervor. Bei bis zu fünf verschiedenen Rubriken sind die Streifen ein wunderbares Hilfsmittel für mehr Übersichtlichkeit. Liegen mehr Rubriken vor, sollte ein Register genutzt werden. Register gibt es aus Pappe oder Kunststoff und in den Varianten Januar bis Dezember bzw. 1-12, 1-31, 1-10, 1-20 oder A-Z. Der Vorteil der Register: Sie können den Ordner direkt an der zuständigen Stelle öffnen und lästiges Suchen entfällt.

Ganz wichtig: Jeder Ordner erhält ein beschriftetes Deckblatt passend zum Register. Hierauf ist nachzulesen, was sich wo im Ordner befindet.

Ordnung im Büro entstresst und spart Zeit:
Weitere Infos und Tipps gibt es bei Vioeasy

 

 

Liebe Leserin und lieber Leser,

neulich erhielt ich ein Anruf: Guten Tag Frau Fiedler, ich bin A. H., meine Mutter hat mir einen Gutschein für einen Smalltalk-Kurs geschenkt. Um ehrlich zu sein, ich glaube ich brauche den gar nicht. Ich bin im Außendienst und da ist Smalltalk mein täglich Brot. Kann ich mir etwas anderes aus Ihrem Angebot auswählen?

Selbstverständlich konnte er.
Er suchte sich ein Knigge-Coaching aus und wir verabredeten uns bereits eine Woche später in einem Sterne-Restaurant.

Er startete gleich ins Gespräch: Ich weiß auch nicht was meine Mutter sich dabei dachte, sie hat es sicher gut gemeint. Aber tatsächlich saß ich gestern mit einem Kunden vier Stunden zusammen.
Sie wissen ja, die Kundenpflege ist enorm wichtig. Eigentlich kann ich Smalltalk, aber wissen Sie, das war mit dem Kunden gar nicht so einfach.
Die Themen, die den Kunden interessierten, die interessierten mich nicht und es wurde an vielen Stellen ganz schön zäh, obwohl ich offene Fragen stellte.

Ich fragte ihn, was ihn denn interessiere und er antwortete:
Eigentlich viele Themen und der Mensch an sich.

Ich: Und erzählen Sie denn auch über sich?
Mh …, ja … nicht so viel. Die geschäftliche Distanz soll ja gewahrt bleiben.

Da lag mein Kunde natürlich völlig richtig, doch es gibt Themen, über die man durchaus im Geschäftsleben sprechen kann. Und Kundenbeziehungen sind meist verbindlicher und entspannter, wenn man etwas von sich erzählt und Gemeinsamkeiten findet.

Meine Tipps für interessanten Smalltalk

  • Finden Sie heraus, was den anderen interessiert.
  • Bauen Sie immer wieder eine Brücke von ihm zu Ihnen und umgekehrt.
  • Wenn Ihr Gegenüber über ein Thema spricht, dass Sie gar nicht interessiert, dann gehen Sie über die Brücke und fragen ihn, woher sein Interesse kommt. Vielleicht erzählt er von seinem Großvater oder einem Lehrer, der ihm den Weg dazu bereitet hat und schon sind Sie auf einer persönlichen Ebne und bei einem anderen Thema.

Mein Kunde hat es ausprobiert und mich jubelnd angerufen: Es funktioniert Frau Fiedler, ich bin ganz begeistert.

Probieren Sie diese Art des Smalltalks einfach mal aus.
Ich bin sicher, Sie werden erfolgreich sein.

Herzlichst Ihre Astrid Fiedler

PS: Über das Knigge Coaching schreibe ich in einem der nächsten Blogs.

Neulich erreichte mich eine dringende Anfrage zum Verhalten im Restaurant,
besonders beim Geschäftsessen.

Liebe Frau Fiedler,
seit einiger Zeit habe ich häufiger mit Geschäftsleuten zu tun.
Meistens verabreden wir uns zum Mittagessen in einem gehobenen Restaurant.

Zum Glück bekam ich von einigen netten Menschen bereits Rückmeldung zu meiner Wirkung und möchte dringend etwas daran ändern.
Ich will voran kommen, können Sie mir helfen?

Wir telefonierten und der junge Mann erzählte mir seine Geschichte.
Ihm selbst sei es nie aufgefallen, aber seine Umgangsformen scheinen nicht besonders gut zu sein. Jemand hätte ihn darauf hingewiesen, dass er schlürfe und wohl auch im Umgang mit Messer und Gabel noch etwas lernen könne. Er selbst fühle sich weder in der Rolle als Gast noch als Gastgeber richtig sicher.

Nachdem ich alle Sorgen und Nöte erfasst hatte, planten wir zwei Termine zum gemeinsamen Mittagessen in einem Restaurant gehobener Klasse.

 

geschaftsessen-im-restaurant

Im ersten Schritt übernahm ich die Rolle des Geschäftspartners, der einlädt und erklärte Schritt für Schritt, was meine Aufgaben als Gastgeber sind. Um das Ganze zu festigen, erzählte ich kleine Geschichten zu den historischen und gesellschaftlichen Hintergründen.

Die Rolle des Gastgebers ist es, die Regie zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass der Gast sich wohl fühlt, so konnte mein Kunde einfach zuhören, sich entspannen und die perfekten Abläufe einer Einladung erkennen und abspeichern.
Mein Kunde bat mich, während des Essens auf sein Verhalten zu achten und es zu kommentieren, bzw. zu korrigieren.
Ich mag mich nicht so gerne auf Fehler konzentrieren, aber da er mich bat, wies ich ihn sanft darauf hin, wenn er schlürfte, die Suppenschüssel geräuschvoll mit dem Löffel auslöffelte und das Besteck während des Essens schräg auf Teller und Tischdecke ablegte.

Nachdem wir fertig waren bat ich ihn, in der kommenden Woche zu üben.
Er wollte jemanden zum Essen einladen und sein eigenes Verhalten beobachten.
Mit einem offeneren Blick für sich selbst und die Rollenverteilung verließ er sehr dankbar das Restaurant.

Eine Woche später trafen wir uns wieder und wechselten im zweiten Schritt die Rollen,
in die  man während eines Geschäftsessens kommen kann.
Mein Kunde hatte einen schönend Tisch bestellt und wir trafen uns vor dem Restaurant, um die Abläufe erneut zu verinnerlichen.
Er öffnete die Tür und lies mich hineingehen.
Ich blieb an der Tür stehen, eine Servicekraft geleitete uns ins Restaurant.
Mein Kunde nahm mir – noch etwas umständlich, aber sehr charmant – den Mantel ab und übergab ihn der Servicekraft, danach gab er seinen Mantel ab und die Servicekraft führte uns zum reservierten Tisch.
Mein Kunde rückte mir den Stuhl zurecht, bis ich richtig saß und setzte sich ebenfalls.
Er bestellte gleich eine große Flasche Wasser, nachdem er mich gefragt hatte, ob ich lieber mit oder ohne Kohlensäure trinke und führte nahezu perfekt durch das Menü.
Zum Abschluss verließ er zum Bezahlen den Tisch.

An einigen Kleinigkeiten wollen wir noch arbeiten.
In vier Wochen sehen wir uns wieder – vielleicht zum letzten Mal.
Nur um zu schauen, was er noch optimieren kann, denn wir sind beide sehr zufrieden, wie effektiv das Training war. Mein Kunde fühlt sich jetzt selbstbewusster und viel sicherer auf diesem Parkett.

Ich freue mich riesig über diesen Erfolg und für diesen tollen Kunden, der sein Ruder in die Hand nimmt und seine Rolle als Gastgeber oder Gast ganz sicher vortrefflich ausfüllen wird.

Herzlichst
Astrid Fiedler

Wie Sie als Gast eine gute Figur machen, das lesen Sie hier.

Eigentlich haben Sie den entfernten Kollegen auf dem Bahnsteig nur angesprochen, um die Zeit bis zum Eintreffen des Zuges, der leider 15 Minuten Verspätung hat, mit etwas Small Talk zu überbrücken.

Sie beginnen den Small Talk unverfänglich

Sie: Zum Glück scheint ja heute die Sonne, da lässt sich das Warten aushalten.

Ihr Gegenüber: Ja, stimmt!

Sie: Und wie war die Arbeit heute, hattest Du einen erfolgreichen Tag? 

Er: Alles ok, läuft!

Sie merken schon, dieser Small Talk wird zäh und schauen auf die Bahnhofsuhr.
Leider sind erst wenige Minuten vergangen und Ihr Gegenüber wischt sich
bereits nervös im Gesicht herum.
Als geübter Smalltalker wissen Sie: Es hilft, über sich zu erzählen.
Sie legen los.

Sie: Ich habe heute eine wichtige Präsentation gehalten, Gott sei Dank ist alles glatt gelaufen.

Er: Na, dann ist ja alles ok.

Sie stottern noch eine Weile hin und her, dann kommt endlich der Zug.
Zum Glück haben Sie beide reservierte Plätze, die nicht nebeneinander liegen.
Sie verabschieden sich schnell und erleichtert mit einem: Man sieht sich.

 

smalltalk-im-fahrstuhl

 

Small Talk kann ja soooo anstrengend sein – muss es aber nicht.

Natürlich kann es sein, dass Ihr Gegenüber oder Sie selbst gerade gar keine Lust auf Kontakt haben und Sie oder Ihr Gegenüber können sich dafür entscheiden, dass Sie gerade jetzt Ihre Ruhe haben wollen.
Das ist manchmal sinnvoll und nicht immer klug.
Besonders im geschäftlichen Kontext ist Small Talk unterstützend, um in ein gutes Gespräch einzuleiten, besonders wenn man nicht so gut drauf ist.

Was also tun?
Am besten legen Sie einfach los.

Sicher ist Ihnen bei den obigen Gesprächsversuchen aufgefallen, dass beide Partner entweder einen Kommentar abgegeben oder eine Frage gestellt haben.
Diese Technik funktioniert super, wenn beide Partner gute Smalltalker oder
Vielredner sind oder sich schon gut kennen.

Für alle anderen Situationen und Menschen mein Tipp:
Nutzen Sie beides!

Erst aus Kommentaren und offenen Fragen entstehen wirklich gute Gespräche.

Zwei Varianten, wie Small Talk meistens funktioniert

Nehmen wir einfach unser Gespräch von oben und verbinden die Kommentare
mit einer Frage.

  • Sie: Zum Glück scheint ja heute die Sonne, da lässt sich das Warten aushalten. Mögen Sie auch so gerne in der Sonne stehen?
  • Sie: Ich habe heute eine wichtige Präsentation gehalten, Gott sei Dank ist alles glatt gelaufen.
    Wie war denn Dein Tag? 

Erkennen Sie hier die Einladung zum Gespräch?
Probieren Sie es doch gleich mal aus 🙂

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Small Talk und sehr gute Gespräche.
Herzlichst
Ihre Astrid Fiedler

In meinem nächsten Artikel schreibe ich über mein Kniggecoaching im Restaurant.
Bleiben Sie dran!

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie das auch schon erlebt?

Sie sind im Restaurant mit einem Geschäftspartner in ein Gespräch vertieft,
als plötzlich das Handy Ihres Gegenübers läutet. Dieser greift sofort nach seinem Telefon, ist augenblicklich anderweitig beschäftigt und unterhält sich angeregt mit dem Anrufer. Nach einiger Zeit beendet Ihr Geschäftspartner das Gespräch und nimmt ohne erklärenden Kommentar die vorherige Unterhaltung mit Ihnen wieder auf.

Wenn Sie jetzt perplex schauen (oder in einer solchen Situation geschaut haben), haben Sie recht! Respekt- oder stilvoll ist ein solches Verhalten nicht!

Machen Sie es besser und geben Sie Ihrem Gegenüber das Gefühl, dass Ihre ganze Aufmerksamkeit ihr oder ihm gehört. Wer ständig sein Handy im Blick hat, signalisiert das Gegenteil!

Tipps für den stilvollen Umgang mit dem Handy im Restaurant:

Tipp 1: Stellen Sie Ihr Telefon am besten ganz aus oder wenigstens auf lautlos.

Tipp 2: Legen Sie Ihr Handy nie auf dem Tisch ab, sondern behalten Sie es in der Hosentasche oder Handtasche.

Tipp 3: Auch mit eingeschaltetem Vibrationsalarm hat das Handy nichts auf dem Tisch verloren. Dies stört genauso wie ein Klingeln!

Tipp 4: Wenn Sie vergessen haben, das Telefon auszustellen, dann entschuldigen Sie sich bei Ihrem Gegenüber und verlassen den Tisch, um in einer ruhigen Ecke kurz den Anruf anzunehmen und den Rückruf anzukündigen.

Tipp 5: Wenn Sie einen wichtigen Anruf erwarten, dann kommunizieren Sie dies am besten, bevor Sie sich ins Gespräch vertiefen. Sobald es läutet, verfahren Sie nach meinem Tipp 4.

Extra-Tipp: Ein echtes No-Go ist ein aufdringlicher Klingelton beim Geschäftshandy. Machen Sie sich daher vorab Gedanken, wie Sie wirken wollen, und wählen Sie Ihren Klingelton mit Bedacht.

Ich wünsche Ihnen entspannte Aufenthalte im Restaurant mit einem – an Ihnen – interessierten Gesprächspartner,

Ihre Astrid Fiedler

%d Bloggern gefällt das: